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   Leon Engelen: Augen die schauen   248kl.jpg (8677 bytes)

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Leon Engelen wurde 1943 in Bree (Belgien) geboren. Er wuchs auf inmitten einer
damals noch unberührten Natur, in der es noch viele malerische kleine Bau­ernhöfe
gab. Obwohl er kreativ veranlagt war, zeichnete er sich anfäng­lich nicht durch
Malen aus. Aber unbewußt nahm er seine Umgebung in sich auf. Allmählich bekam
er mehr Sicht und wurde er reifer, so daß es ihm jetzt gelingt, die Eindrücke seiner 
Jugend in seinen Gemälden wiederaufleben zu lassen.

Nach Leons Meinung soll man in der Malerei zu zweit sein, der Maler und der
Zuschauer. Der Maler schöpft etwas, das der Zuschauer vervollständigt. Wenn diese
Interaktion zustandegekommen ist, hat der Maler sein Ziel erreicht. In der traditionellen
Malerei liegt die Interaktion auf der Ebene des Bildes. Der Zuschauer soll ein Bild
sehen, an das er glaubt und das ihm eine ganze Welt vorzaubert. In der abstrakten
Malerei ist die Interaktion grundsätzlich verschieden, weil der Nachdruck nicht auf dem
Bild, sondern auf den Ideen liegt. Der Zuschauer wird nicht mit einem Bild, sondern mit
einer Idee konfrontiert. Wer abstrakt arbeitet, erreicht Menschen, die abstrakt denken.
Interaktion is sehr wichtig; ohne Interaktion gibt es keine Kunst, nur einen Künstler.

Leon besuchte mehrere Jahre Kurse an der Kunstakademie. 1968 verließ er sie, weil er
nicht einverstanden war mit der Richtung, der man damals dort folgte. Er durfte nämlich
nicht mehr malen, nur mit Farbrollen arbeiten und Farbe spritzen. 1974 fing er an, auf
Kreidetuch  zu malen; das ist Leinen, das er selber präpariert und das ihm andere
Möglichkeiten bietet. Die Farbe zieht in die Grundschicht und kann sofort übermalt
werden. Dieses Verfah­ren, das fast so alt ist wie die Malerei selbst, ist seit etwa 100 
Jahren nicht mehr gebräuchlich.

Leons Ausgangspunkt ist die Realität. Ein Thema inspiriert ihn, er fängt es zu malen an
und während dieses Verfahrens werden Sachen hinzugefügt, wird das Gesehene
umgeändert zu dem was er sehen will. Alles was er betrachtet, wird automatisch zu
einem Gemälde reduziert. Er kann sozusagen nicht mehr auf normale Weise einen
Gegenstand betrachten. Die Zeichnung, den Aufbau und die Farben die er braucht, sieht
er sofort vor sich. Er betrachtet alles als Thema für ein Gemälde und kann die Welt auch
nicht mehr auf eine andere Weise betrachten, auch nicht wenn die Dinge, die er sieht, ihn
nicht für ein Gemälde interessieren.

Leons Werk reiht sich an das der Landschafts- und Tiermaler des vorigen Jahrhunderts
an. Früher gab es Malergemeinschaften, in denen es starke wechsel­seitige Beziehungen
gab und Techniken und Ideen ausgetauscht wurden. Darauf kann Leon nicht zurückgreifen;
er hat alles selber aussuchen müssen, was ihn doch einigermaßen apart macht. Überdies hat
er sich auf das Malen von Ziegelsteinen und Dachziegeln spezialisiert.

Nach seiner Meinung werde die Malerei ihren eigenen Weg gehen und sei es sinnlos, sie in
eine bestimmte Richtung zu drängen. Nur die Außenseiter würden die bestimmen. Selber
weiß er nicht, ob er sich zu dieser letzten Gruppe rechnen soll. Er malt dasjenige, was er
denkt malen zu müssen, und das auf eine bestimmte Weise, so gut wie er kann. Man
akzeptiert es, oder nicht; man findet es schön oder nicht.

Zur Zeit wohnt und arbeitet Leon Engelen: Molenstraat 105, B-3570 Alken (Belgien).

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